Bistumsleitung begründet verspätetes Feedback zu Standortkonzepten – Neue Ausschüsse zu Synodalität und Schöpfungsthemen nehmen Arbeit aufBericht von der Frühjahrsvollversammlung am 18. April 2026 

CHEMNITZ. Wann erhalten die Pfarreien im Bistum Dresden-Meißen verbindlich Auskunft, wie es mit ihren Immobilien weitergeht? “Ganz klar: Wir hängen da im Zeitplan und haben uns mit dem Arbeitsaufwand übernommen.” Offene Worte von Generalvikar Andreas Kutschke auf der Frühjahrsvollversammlung des Katholikenrates zum Bearbeitungsstand der bereits eingereichten Standort- und Liegenschaftskonzepte (STOLK) der Pfarreien im Bistum Dresden-Meißen. Mit diesen sollen die 37 Pfarreien der Diözese mit Blick auf kleiner werdende Gemeinden und knappere Finanzen beschreiben, welche Gebäude (Kirchen, Gemeinderräume etc.) für die künftige pastorale Arbeit benötigt werden und welche Pläne es für die darüber hinausgehenden Immobilien gibt. Vermietung, Umwidmung und Veräußerungen stehen im Raum. 26 Pfarreien haben ihr Konzept bislang eingereicht und warten seit längerem auf Feedback. 

Gemeinsam mit Claudia Leide, Abteilungsleiterin Kinder-Familie-Jugend im Bischöflichen Ordinariat, gab Kutschke dem Rat Auskunft: “Der Handlungsbedarf ist riesig, rund 50 Prozent aller Pfarrei-Immobilien können künftig nicht mehr durch Schlüsselzuweisungen des Bistums finanziert werden.” Doch befinde sich das Bistum gerade in einer schwierigen Phase, so Leide: “Stellenreduzierungen im Ordinariat, Krankenstände und Personalwechsel sind nur einige der Gründe, warum wir später als geplant Rückmeldungen geben können.” Ziel sei nun, die Pfarreien bis zum Sommer dieses Jahres so zu informieren, dass diese verlässlich planen und agieren können. Andreas Kutschke: “Es ist uns wichtig, dass die Pfarreien zügig ‘loslegen’ können, auch wenn die offiziellen Bewilligungen der Konzepte noch ausstehen.” Mehrere Online-Infoabende sollen hierbei helfen. 

Um zu hören, wie Pfarreien in anderen Bistümern über die künftige Nutzung ihrer Immobilien nachdenken, waren Claudia Meindl und Sebastian Ulbrich von der Erfurter Pfarrei St. Laurentius aus Erfurt zu Gast. Deren unkonventionelles Vorgehen – so wird etwa die Erfurter Cruziskirche per Online-Kleinanzeigen-Inserat zum Kauf und zur Nachnutzung angeboten – sorgte für reichlich Gesprächsstoff auf der Ratsversammlung. Bestechend war, wie konsequent und konstruktiv die Erfurter in Fragen der Gebäudeumnutzung handeln. 

Viele weitere drängende Themen standen auf der dichten Tagesordnung des Katholikenrates, der sich in den Räumen der Propsteigemeinde St. Johannes Nepomuk in Chemnitz traf: In zwei Ausschüssen koordiniert der Rat nun sein Engagement in Fragen des Klimaschutzes und der sozialen Gerechtigkeit (Ausschuss “Laudato Si”) und der künftigen Beteiligung des Kirchenvolkes in Sachsen und Ostthüringen in diözesanen Gremien und Entscheidungsprozessen wie der Wahl des Ortsbischofs (Ausschuss “Synodales Handeln”).

Daniela Pscheida-Überreiter vom Katholischen Büro Sachsen – der Verbindungsstelle der Kirche zur Landespolitik – informierte über aktuelle politische Herausforderungen wie die immer lauter werdenden kirchenfeindlichen Äußerungen und Positionen der AfD. Zudem entstehe im Freistaat Sachsen gerade ein Gesamtkonzept “Starke Demokratie”, bei dem Innen- und Sozialministerium um die Mitarbeit der Kirchen gebeten haben. Generalvikar Kutschke stand den rund 45 Delegierten Rede und Antwort zur künftigen Missbrauchsaufarbeitung im Bistum. Die bisherige interdiözesane Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs (IKA) wurde von den Bischöfen 2025 aufgelöst. Nun werde das Bistums Dresden-Meißen die Aufarbeitung allein vorantreiben, so Kutschke. Die Ratsmitglieder mahnten hier Dringlichkeit an: Dass die Aufarbeitung – wenn überhaupt – so träge und schwerfällig voran komme, sei für viele Betroffene nur schwer erträglich. 

Der Katholikenrat im Bistum Dresden-Meißen repräsentiert als demokratisch gewählte und anerkannte Vertretung das katholische Kirchenvolk in Sachsen und Ostthüringen. Die nächste Vollversammlung ist für den 20. und 21. November 2026 in Schmochtitz geplant.

Einzelbilder in der Mitte der Galerie: Ratsvorsitzende Martina Breyer (rechts) stellt die neue Mitarbeiterin der Geschäftsstelle des Kaholikenrates vor und heißt sie herzlich willkommen: Lydia Schimmerohn (links) // Claudia Leide, Abteilungsleiterin Kinder-Familie-Jugend im Bischöflichen Ordinariat, gibt Auskunft den Bearbeitungsstand der Standort- und Liegenschaftskonzepte der Pfarreien im Bistum // Claudia Meindl (Kirchenvorstand Pfarrei St. Laurentius Erfurt) informierte über die Konzepte und Strategien ihrer Pfarrei für die Neu- und Umnutzung kirchlicher Immobilien.

Trotz Verzögerungen: Pfarreien sollen schnell handlungsfähig werden